06-vendedy-a.jpg - 65.48 Kb Anselm Venedey

Redebeitrag in der TUA Sitzung vom 21.09.2017, FW Antrag zur temporären Verlegung des Radweges im Heroséareal

"Der Hérosepark entwickelte sich in den letzten Jahren erfreulich schnell zu einem Freizeit- und Erholungsareal mit größter Akzeptanz. Das Gebiet entlang dem Ufer von der Radbrücke bis zur Bischofsvilla gleicht in den Sommermonaten einem Freibad: Familien mit Kindern, Jugendliche, Studierende und Anwohner aus der näheren Umgebung halten sich an diesem Ort auf, um zu entspannen, um Sport zu treiben, sonnenzubaden oder gesellig beisammen zu sitzen. Eine Entwicklung, die wir ausdrücklich begrüßen!– Auch wenn es hin und wieder Probleme mit den Anwohnern gibt.

Nun kommt es in den Sommermonaten durch die Vielzahl an Menschen, die sich hier aufhalten aber immer wieder zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern, da mitten durch das neu entstandene Freizeitareal ein mit öffentlichen Geldern geförderter Fernradweg führt: Kinder rennen über den geteerten kombinierten Fuß- und Radweg, Frisbee- und Fußballspieler laufen ihrem Sportgerät hinterher, Badegäste kreuzen den Weg, um zum Wasser zu gelangen während Radfahrer den Weg intensiv nutzen.

Einige Meter weiter westlich macht der Fuss- und Radweg einen Bogen um die Bischofsvilla. Nicht selten schneiden Radfahrer diese extrem enge Kurve, die nicht einsehbar ist. Gerade hier halten sich im Sommer besonders viele Kinder auf, da dort ein bequemer Einstieg über eine Treppe ins Wasser möglich ist. Eine äusserst unglückliche Situation.

Mehrere Unfälle sind in diesem Jahr geschehen – zum Glück gingen die meisten davon glimpflich aus. Aber es ist auch schon zu schwereren Verletzungen gekommen. Ein junger Mann berichtete mir davon, dass er sich den Arm gebrochen habe, als er mit einem Fahrradfahrer kollidiert ist.

Unsere Forderung lautet deshalb ganz konkret: Verlegen Sie den Radweg während der Sommermonate, wie auch z. B. am Hörnle, auf eine Strecke ausserhalb des intensiv genutzten Areals! Es böte sich hier die Umleitung über den Radweg ( Hans-Sauerbruch-Str.) beim neu erstellten Grillplatz bis zur Otto-Adam-Strasse. Dort gelang man hinter der Bischofsvilla einfach wieder auf den Uferweg.

Durch Anbringen von Bügeln wie am Hörnle liesse sich der Radverkehr effektiv aus dem Areal heraushalten. Diese Bügel könnten auf den beiden Brückchen über die Bismarckquelle platziert werden und wären somit nicht umfahrbar. Der Umweg für die Radfahrer betrüge etwa 200 Meter – ich denke, das ist zumutbar.

Bitte lassen Sie mich an dieser Stelle noch kurz den Bogen etwas weiter schlagen.

Wir alle freuen uns, dass der Radverkehr in unserer Stadt immer mehr an Bedeutung gewinnt. Jedes Fahrrad, das ein Auto ersetzt, ist ein Gewinn für unsere Stadt und für die Umwelt. Aber nicht nur immer mehr Fahrräder sind in unserer Stadt unterwegs - auch der Fußgängerverkehr nimmt rasant zu. Und diesen beiden Verkehrsströme lassen sich nicht so leicht nebeneinander abwickeln, wie wir es immer gedacht haben. Gerade ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen fühlen sich durch Fahrräder stark verunsichert. Dazu kommt, dass der Radverkehr immer schneller fließt. Die Räder sind leichtgängiger und die Elektrounterstützung sorgt dafür, dass aus früher gemütlichen Radwanderern, vom Tempo her, inzwischen beinahe Radrennfahrer geworden sind. Dadurch bestehen zwischen Fußgängern und Radfahrern auf Mischflächen erhebliche Geschwindigkeitsunterschiede – zu Lasten der Fußgänger!

Wir sind überzeugt davon, dass die schwächsten Verkehrsteilnehmer – die Fußgänger – die am meisten zu schützenden sind. Die jahrzehntelange einfache Lösung „Fahrräder runter von der Strasse und zu den Fußgängern“ ist heute mehr denn je falsch!

Wir werden in Zukunft solche Mischflächen im Interesse der Schwächeren, also der Fußgänger, seien sie Kinder, ältere Menschen oder mobilitätseingeschränkte Menschen, vehement bekämpfen! Das Recht des Schwächeren muss immer das Recht des Stärkeren beschneiden – nicht umgekehrt! Lassen Sie uns hier am Herosépark damit anfangen, wenigstens für die Sommermonate - und selbst, wenn wir Fördergelder zurückzahlen müssten."

 

 


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