Südkurier vom 27. November 2013

Freie Wähler setzen auf eine bunte Liste


Konstanz -  Sie sind die schnellsten in Konstanz: Die Freien Wähler haben 42 Kandidaten für den Gemeinderat nominiert. Besonders spannend an der Liste: Sie kündigt einen Generationenwechsel an

Die Zukunft hat an diesem Abend vor allem zwei Gesichter, und sie sitzt mit am großen U-förmigen Tisch der bürgerlichen Gaststätte. Cornelius Stiegeler, 36 Jahre alt, hat gegenüber von seinem Vater Alexander Platz genommen, Fredericke Weiner, 23 und Studentin an der Uni, neben ihrer Mutter Gabriele. Beide wollen sie am 25. Mai in den Gemeinderat gewählt werden, beide sind Kinder amtierender Stadträte. Die Freien Wähler, das wird bei dieser Nominierungsversammlung deutlich, stecken mitten im Generationenwechsel. Alexander Stiegeler tritt im Mai nach 10 Jahren ehrenamtlichter Arbeit im Kommunalparlament nicht erneut an, Gabriele Weiner schon. Die beiden Politiker-Kinder wollen die Arbeit ihrer Eltern fortführen, aber auch eigene Akzente setzen. Cornelius Stiegeler will sich wie sein Vater um Kunst und Kultur kümmern, aber auch um das Thema Immobilien. Fredericke Weiner findet die Zusammenarbeit zwischen Universität und Stadt „nicht so gut“ und will die alternative Kultur fördern.


Ob die beiden in den Gemeinderat kommen, entscheiden in einem halben Jahr die Wähler – für einen der besonders aussichtsreichen Listenplätze hat sie der Vorstand nicht vorgeschlagen. Cornelius Stiegeler ist auf Rang 17, Fredericke Weiner auf Platz 23 der 42 Namen umfassenden Liste. Doch auch bei den ersten zehn Plätzen gibt es nach einer selten einmütigen Wahl einige Überraschungen: Nicola Voigt, seit Jahren engagiert im Gesamtelternbeirat der Konstanzer Schulen, ist trotz zweier Gemeinderats-Wahlniederlagen auf Platz vier vorgerückt, der Unternehmer Munhir Hizli auf Rang acht. Die Elternbeiratsvorsitzende der Gebhardschule und Vorkämpferin für die Gemeinschaftsschule, Petra Riezler, steht auf dem neunten und Weihnachtsmarkt-Organisator Heinrich Stracke auf dem zehnten Listenplatz.

Eine bunte Mischung aus Berufen, Lebenssituationen und Altersgruppen sei den Freien Wählern wichtig, sagte Ortsvorsitzender Christoph Bauer. Marc Strittmatter (Listenplatz 12) ist Professor für Wirtschaftsrecht an der HTWG, Heidi Horn (Platz 19) selbstständige Heilpraktikerin, Darija Grecuccio (Platz 28) Freiwillige im Quartierszentrum Berchen/Öhmdwiesen oder Michael Norgauer (Platz 39) Ehrenamts-Chef der Malteser. Neben dem „Prinzip der besten Köpfe“ gelte bei den Freien Wählern auch das „Prinzip der Sachpolitik“, so Bauer: „Wir können uns nicht hinter einem Parteiprogramm verschanzen.“ Auf der anderen Seite könnten die Freien Wähler aber „grüner als die Grünen, sozialer als SPD, konservativer als die CDU und wirtschaftsfreundlicher als die FDP“ sein.

Für den Wahlkampf stehen den Freien Wählern laut Bauer rund 32 000 Euro zur Verfügung. Das Budget stammt zu teils aus Sitzungsgeldern, die die Stadträte an die Gruppierung abführen. Mit dieser Summe sei man für das Werben um die Stimmen der Konstanzer gut gerüstet, so Bauer. Bisher sind sie mit sechs Sitzen die viertstärkste Kraft im Gemeinderat, nach der Freien Grünen Liste, der CDU und der SPD.

Bilder der Kandidaten in Kleingruppen, je nach Listenplatz, gibt es bei SÜDKURIER Online:

www.suedkurier.de/konstanz

Die Bewerberliste

Das sind die Kandidaten für einen Sitz im Konstanzer Gemeinderat, die bei den Freien Wählern antreten (nach Rangfolge auf der Liste): Ewald Weisschedel (Listenplatz 1), Gabriele Weiner, Jürgen Faden, Nicola Voigt, Regine Rebmann, Anselm Venedey, Susanne Heiß, Munhir Hizli, Petra Rietzler, Heinrich Stracke, Matthias Mende (11), Marc Strittmatter, Christoph Bauer, Hansjörg Herrmann, Angelika Dörr, Roland Romer, Cornelius Stiegeler, Ingrid Heinl, Heidi Horn, Ewald Mädel, Urs Ruess, (21) Alex Bek, Fredericke Weiner, Angela Kockler, Thomas Stader, Brigitte Fuchs, Clemens Menge, Darija Grecuccio, Lutz Grüneberg, Christoph Blomeier, Christian Kasparek (31), Olivia Maciejowski, Bernd Stadelhofer, Dieter Kleiner, Klaus Ruschmann, Martin Cleffmann, Peter Reiher, Konrad Rist, Michael Norgauer und Sabine Müller (40). Auf die Ersatzplätze 41 und 42 nominierten die Mitglieder Klaus Romer und Herbert Fuchslocher. (rau)

 


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